Frachtenbörsen // Transportaufträge bekommen & Frachten versenden

Frachtenbörsen versprechen einen einfachen Deal: Wenn ich eine gewisse Gebühr bezahle bekomme ich Transportaufträge. Die Gebühren fallen monatsweise, pro Auftrag oder manchmal erst für gewisse Premium-Funktionen an. Es gibt eine Vielzahl von Frachtenbörsen - deshalb möchte ich hier einen ersten Einstieg in das Thema Frachtenbörsen (insbesondere für Kurierdienste) geben.

Was ist eine Frachtenbörse?

Eine Frachtenbörse ist eine Online-Plattform, auf der Versender und Frachtführer zusammenfinden. Die Versender stellen Frachten ein, die transportiert werden müssen. Die Frachtführer stellen freie Fahrzeuge ein. So können sich beide gegenseitig finden.

Für Versender ist der Vorteil, dass sie in der Regel mehrere Angebote für eine Sendung erhalten und den Frachtpreis senken können.

Für Frachtführer ist der Vorteil, dass sie Leerfahrten vermeiden und ihre Fahrzeuge besser auslasten können.

Apropos: Was ist eigentlich ein Frachtführer?

Gerade wer einen neuen Kurierdienst gründen möchte, spielt deshalb gerne mit dem Gedanken, die ersten Transportaufträge über Frachtenbörsten zu bekommen.

Arten von Frachtenbörsen

Schauen wir uns zuerst an, welche Arten von Frachtenbörsen es überhaupt gibt:

  • echte Frachtenbörsen: Vermittlung von Verladern und Frachtführern
    Bei echten Frachtenbörsen können Kurierdienste nach verfügbaren Frachten suchen und nach einer Preisverhandlung den Auftrag übernehmen. Versender können nach verfügbaren Fahrzeugen suchen und ggf. einzelne Frachtführer beauftragen. Vertragspartner sind der einzelne Kurierdienst und der Versender, nicht aber die Frachtenbörse selbst.
  • “Frachtenbörsen” einzelner Spediteure: Öffnung der Disposoftware
    Speditionen setzen Transportmanagementsoftware (TMS) ein, um ihre Transporte zu verwalten. In so einem TMS werden sowieso alle Frachten und Frachtführer erfasst. Deshalb ist es naheliegend, den Frachtführern einen Zugang zu geben und die Ausschreibung im eigenen TMS abzuwickeln. Es kommen aber entweder gar keine oder nur sehr wenige Frachten von anderen Auftraggebern in die “Frachtenbörse”. Vertragspartner sind der einzelne Kurierdienst und die Spedition als Betreiber der “Frachtenbörse” selbst.
  • Vermittler im Selbsteintritt: Frachtenbörsen als Vertragspartner
    Inzwischen gibt es Plattformen, die selbst keine eigenen Fahrzeuge haben, aber trotzdem selbst Vertragspartner werden. Im Prinzip funktioniert das wie bei einer Spedition, die ihre Disposoftware öffnet. Der Unterschied ist, dass die Vermittler im Selbsteintritt nie ein klassisches Speditionsgeschäft betrieben haben, sondern von Anfang an mit ihrer Plattform starten.

Probleme mit Frachtenbörsen

Frachtenbörsen sind zwar eine relativ leichte Möglichkeit, um Transportaufträge zu bekommen, aber es gibt auch einige Probleme dabei.

Das Hauptproblem ist sicherlich der Preiskampf. Dieses Problem lässt sich auch nicht durch Einzelne lösen: Eine Frachtenbörse dient ja gerade dazu, aus einer Vielzahl von Frachtführern den besten zu finden. Wenn für den Transport mehrere Frachtführer in Frage kommen, entscheidet am Ende der Preis. Eine Frachtenbörse kann deshalb nur dazu dienen, Leerfahrten zu vermeiden - nicht, um eine Vielzahl von Aufträgen für das Kerngeschäft als Kurierdienst zu akquirieren.

Außerdem fressen Frachtenbörsen viel Zeit:

  • Recherchieren, welche Frachtenbörsen einen Versuch Wert sind,
  • Registrieren und den Aufnahmeprozess durchlaufen,
  • offene Frachten im Blick behalten.

Schließlich muss man bei neuen Frachten in der Börse schnell reagieren. Gerade im Kurierdienst-Bereich geht es häufig um zeitkritische Sendungen, sodass die Versender entsprechend schnell ein Angebot erwarten. Diese Bereitschaft, jederzeit möglichst als Erster ein Angebot für die Fracht zu machen, kostet auch wieder Zeit und Nerven. Erst mit der Zeit stellt sich heraus, ob die einzelne Frachtenbörse die Zeit und ggf. ihr Geld Wert ist.

Sinn und Zweck einer Frachtenbörse ist es, einen neuen Kontakt zu Versendern zu erhalten. Daraus entsteht aber auch ein Problem: Wenn ich immer wieder mit neuen Kunden zu tun habe, habe ich noch keine Erfahrungen mit ihrer Zahlungsmoral. Auf manchen Frachtenbörsen gibt es dazu Bewertungssysteme. Manche Frachtenbörsen lassen nur Unternehmen mit einer bestimmten Bonität zu. Trotzdem muss am Ende der Frachtführer und nicht die Frachtenbörse das Risiko des Zahlungsausfalls tragen.

Wenn dann schon neue Kunden über die Frachtenbörse kommen, ist es schwierig, sie zu binden. Schließlich haben die meisten Kunden nur für eine einzelne Fracht den besten Transportpreis gesucht - auf der Basis allein ist es schwierig, eine langfristige Zusammenarbeit zu erreichen.

Hinzu kommt, dass ständig neue Frachtenbörsen gegründet werden. Für viele IT-Leute ist es verführerisch einfach, eine Frachtenbörse zu programmieren und online zu stellen. Die notwendige Anzahl und Qualität von Versendern und Frachtführern für eine wirklich gute Frachtenbörse ist aber unheimlich schwierig zu erreichen. So sind viele Frachtenbörsen schnell wieder vom Markt.

Apropos “vom Markt verschwinden”: Eine Abhängigkeit von einer einzelnen Frachtenbörse ist das nächste Problem. So schön es ist, eine Frachtenbörse gefunden zu haben, über die regelmäßig Transportaufträge und Frachten für die eigenen Fahrzeuge kommen: Daraus entsteht schnell eine Abhängigkeit. Das eigene Unternehmen muss es verkraften können, wenn die Frachtenbörse mit mal ihren Dienst einstellt, die Preise zu sehr erhöht oder aus anderen Gründen nicht mehr benutzbar ist.

Erfahrungen mit Frachtenbörsen

Nach und nach möchte ich die verschiedenen Frachtenbörsen sammeln, beschreiben und Erfahrungswerte sammeln. Dazu gibt es pro Frachtenbörse eine eigene Seite, bei der du jeweils deine Erfahrungen kommentieren und andere Erfahrungen nachlesen kannst:

C...

E...

F...

M...

S...

T...

U...

W...

Ich nehme gerne neue Frachtenbörsen in die Liste mit auf, schreib mir dafür einfach eine E-Mail. Dafür setze ich aber ein gültiges und klar verlinktes Impressum voraus. Ich habe leider einige Frachtenbörsen gefunden, wo nicht klar erkennbar ist, von welcher Firma sie eigentlich betrieben werden. Da eine Frachtenbörse nicht ohne etwas Vertrauen funktioniert, setze ich eine klare Anbieterkennzeichnung als absolutes Minimum voraus.

Alle Beiträge zu Frachtenbörsen

Es gibt noch keine Blogartikel in dieser Kategorie.

Nicht verpassen!
Abonniere meinen Newsletter:
Bekomme eine E-Mail, wenn es Neues gibt.